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Samstag, 29. September 2012

Vom Kaffeeklatsch und Kaffeetratsch

Moin,
letzte Woche saß ich mit meinen Freundinnen beim monatlichen Kaffeeklatsch. Es ging mal wieder lustig zu und es wurde auch das ein oder andere Wort über Bekannte, Nachbarn und Mütter von Freunden der Kinder verloren. Auf der Heimfahrt dachte ich über solche Treffen, früher Kaffeekränzchen genannt, nach und irgendwie formten sich nach und nach Zeilen in meinem Kopf. Zuhause hab ich alles aufgeschrieben und eben nochmal überarbeitet. Ergebnis: 

Freitagmorgens

Ein Blick zur Uhr, gleich ist es zehn, jetzt nun endlich kann ich geh'n ;
lenke zügig meine Schritte in des kleinen Städtchens Mitte.
Denn seit Jahren find ich dort einen wunderbaren Ort.
Nirgends fühl ich mich so wohl wie im Café Huggenpohl.
Gemütlich ist's, mit vielen Kerzen eingerichtet mit dem Herzen,
Im Kamin da knistert Holz, die Luft ist qualmig, doch was soll's.

Hier wird der Kaffee noch genossen und nicht in Pappbecher gegossen.
Porzellan und Spitzendeckchen, dazu viele kleine Eckchen
in denen Menschen lachen, plaudern; Ideen tauschen ohne Zaudern,
Törtchen genießen, keine Frage, ohne Gedanken an die Waage.
Jeden Freitag komm ich her, Ein Ritual, ich lieb es sehr.

Und schon drücket meine Linke, die vertraute, schwere Klinke.
Sehe gleich mit erstem Blicke: alle da! Die ganze Clique.
Atme tief vertraute Luft, Angefüllt mit Kuchenduft.
Mit Flüstern, Tratsch, Geheimnissen. Jede will von jeder wissen,
"erzähl, was alles ist geschehen, seit wir uns zuletzt gesehen!
Wer hat wen, warum und wann? Was der Max ein Don Juan?
Und die Lisa kriegt ein Kind,wo die doch schon zu Fünfen sind?"

Alle reden kreuz und quer,man versteht sein Wort nicht mehr.
Jetzt wird nochmal Kaffee bestellt, viele Tassen, ungezählt,
Und dazu ein Stückchen Torte. Eines von der mächt'gen Sorte.
Erbarmungslos wird hier verbreitet, das das Paar Becker nur noch streitet,
und wie Frau Kunz ihr Kind erzieht kein Wunder wenn ihr Mann da flieht.
Aktueller als die Bild, Gerüchte, Klatsch abstrus und wild.

So vertreibt man sich die Zeiten, voll gefüllt mit Neuigkeiten.
Ober zahlen! Es wird Zeit. Alle machen sich bereit.
Geh'n gemeinsam, jede fürchtet...... wenn ich jetzt als Erste geh,
führn sie über mich die Rede das will ich nicht, denn das tut weh.
Man trennt sich, Bussi hier und dort,
bis nächsten Freitag, gleicher Ort.




Kommentare:

  1. Hallo "Nachbarin", bin gerade durch Zufall auf deine Seite gestoßen. Dein Gedicht erinnert mich sehr an meinen Nachmittag heute :) Zwar nicht bei Huggenpohl, sondern in der Küche meiner Schwester leider auch ohne Kuchen:( - Aber der Rest stimmt.......klasse!!!!!

    Liebe Grüße Christa

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  2. bin grad auf deinen blog gestoßen! gefälltm ir sehr gut! und der ganze artikel auch noch gereimt =9

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  3. Danke Christa, danke 028? Warum Ast du eine Nummer?

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